Regensburg Halbmarathon
Regensburg
Teilnahme am Halb-Marathon - dumme Sache. Zumindest kommt es mir immer dümmer vor, je näher der Start rückt. Fabian gleich am Anfang getroffen und glücklicherweise einen Mitstreiter gefunden Start im Block C (über 2 Stunden) Angefangen mit einer 6:40er-Zeit. Eine Minute über den angepeilten 5:40, die für eine Zeit von unter zwei Stunden nötig sind Bei Kilometer drei hat sich alles schön eingespielt und wir drücken den Schnitt recht gut gegen die sechs Minuten-Marke Bea in der Gesandten-Straße gesehen, gibt Auftrieb In der Landshuter Straße der erste Verpflegungsstand. Ist doch recht unangenehm, im Laufen zu trinken. Noch ist es mir nicht egal Bei Kilometer acht Tanja gesehen - noch ist alles in Ordnung, die zwei Stunden sind noch drin Bei der Wende stellen wir fest, dass wir ab jetzt einen 5:30er-Schnitt laufen müssen - mal schauen, was das wird Bei Kilometer zwölf stand wieder Tanja, so langsam wurden meine Finger kalt. Außerdem bläst uns der Gegenwind ins Gesicht Irgendwo bei Kilometer 14 stelle ich fest, dass eine Zeit unter 2 Stunden doch sehr hart wird Ab Kilometer 16 wird es richtig hart. Die Muskeln sind wie Eisen und wollen nicht mehr so richtig. Eine Temposteigerung sieht nicht mehr so schön geschmeidig aus wie sie sollte Die Eiserne Brücke wackelt ohne Ende und katapultiert mich bei jedem Schritt ein wenig in die Luft. Sehr lustig. Die Kilometer-Anzeigen sind irgendwie weggeweht. Ich hasse es. Am liebsten hätte ich jetzt alle 50 Meter eine Anzeige Bei Kilometer 17 sehe ich Tobi und Bea wieder. Ich versuche mir ein Lächeln aus dem Gesicht zu brechen, was extrem schwierig geworden ist. Ab Kilometer 18 habe ich keinen Bock mehr. Die zwei Stunden sind eh schon abgeschrieben Fabian zieht mich und bleibt mit einer stoischen Gelassenheit neben mir. Dafür schulde ich ihm einen Kasten. Ich will nicht mehr und kann eigentlich auch nicht mehr. Laufe trotzdem weiter. Meine Finger sind jetzt blau. Die Verpflegungsstände nehme ich nicht mehr mit. Da werden die Finger nur noch kälter. Böse Sache: Nachdem wir uns endlich dem Ziel nähern, kommt ein Schild mit dem Wort Ziel und einem Pfeil. Leider steht nicht drauf, dass es noch 800 Meter sind. Ich will nicht mehr. Ich habe Angst, dass man noch irgendwo einen Schlänker laufen muss. Muss man glücklicherweise nicht. Ich versuche die letzten 50 Meter noch einmal zu spurten. Klappt nur bedingt. Bin im Ziel, reiße die Arme in die Luft. Kann nicht mehr. Jetzt ein schönes warmes Bett. Leider nur der kalte Asphalt. Hauptsache stehen bleiben. Nur nicht hinsetzen. Sehe Jörg. Er ist nach weniger als 90 Minuten ins Ziel gekommen. Wow. Ich habe es in 2:04:34 geschafft. Bin stolz auf jeden Meter. Das war heute wirklich meine Grenze. Nur nicht stehen bleiben. Ansonsten gibt es nur einen Krampf. Sehe Heike, umarme sie. Ich rieche sicher nicht gut - egal. Schreibe noch ein paar SMS. Wollte zwar noch ins Westbad, das war jedoch völlig überfült. Und wenn ich stehenbleibe kriege ich einen Krampf. Nix wie raus. Bin glücklich. Lasse meine Medallie gravieren. Dauert ewig. Zuerst finden sie meinen Namen nicht, da ich doch nich 2:08 gelaufen bin, sondern 2:04 - klasse. Die Fahrt mit dem Rad nach Hause kann ich erst im zweiten Anlauf starten. Beim ersten gab es einen bösen Krampf. Gleich erst mal an der Tanke und alkoholfreies Bier gekauft, mit dem ich mich bei Jürgen von der Lippe in die heiße Wanne packe. Sehr angenehm. Ob ich das noch einmal mache, weiß ich nicht. Aber ich bin mächtig stolz, es trotz aller Strapazen - insbes. Kälte und Gegenwind - durchgehalte zu haben.